Stangendichtungen


Stangendichtungen sind zentrale Elemente in der Hydraulik- und Pneumatikdichtungstechnik. Sie dichten die bewegliche Kolbenstange eines Zylinders nach außen ab und verhindern, dass das Arbeitsmedium (z. B. Hydrauliköl oder Druckluft) aus dem System austritt. Gleichzeitig müssen sie das Eindringen von Schmutz, Staub und Feuchtigkeit von außen verhindern.


Ihre Funktion ist entscheidend für die Leckagefreiheit, Effizienz und Lebensdauer eines Hydraulik- oder Pneumatiksystems.

Bauformen

Es existieren unterschiedliche Bauarten, je nach Einsatzgebiet und Belastung:
• Einfach wirkende Stangendichtungen: Dichten in eine Richtung (innen nach außen)
• Doppelt wirkende Stangendichtungen: Dichten in beide Richtungen – bei wechselnder Druckbelastung
• Kombinationsdichtungen: Kombination aus Primär- und Sekundärdichtung zur Optimierung der Dichtwirkung
 Profil- und Nutdichtungen: Mit speziellen Lippenprofilen zur Anpassung an Betriebsdruck und Medium

Stangendichtungen aus Elastomere – FiLomer®

Eigenschaften: gute Elastizität, anpassungsfähig an Oberflächen, zuverlässige Rückstellkräfte
Vorteile: einfache Montage, gute Dichtwirkung, kostengünstig
Nachteile: begrenzte Temperatur- und Medienbeständigkeit
Anwendung: Standardhydraulik, Pneumatik, Maschinenbau


Stangendichtungen aus Polyurethan – FiPur®

Eigenschaften: hohe mechanische Festigkeit, Abrieb- und Extrusionsbeständigkeit, gute Rückstellfähigkeit
Vorteile: sehr langlebig, beständig gegen hohe Drücke und dynamische Belastungen
Nachteile: eingeschränkte chemische Beständigkeit gegen Heißwasser und Säuren
Anwendung: Mobile Hydraulik, Baumaschinen, Landtechnik


Stangendichtungen aus PTFE– FiKumer®-F

Eigenschaften: sehr geringer Reibwert, hohe chemische und thermische Beständigkeit
Vorteile: ideal für hohe Geschwindigkeiten und Temperaturen, verschleißarm
Nachteile: keine Eigenelastizität – meist kombiniert mit Elastomer-Vorspannelementen (z. B. O-Ring)
Anwendung: Hochleistungs-Hydraulik, Chemieanlagen, Präzisionssysteme