Dichtungen
 – robust und verschleißfest

Dichtsysteme sind im modernen Alltag nicht mehr wegzudenken. Überall wo Anlagen, Maschinen, Motoren, Leitungssysteme betrieben werden, Medien gasförmiger, flüssiger oder fester Konsistenz zu bewegen sind, kommen auf die jeweilige Anwendung ausgelegte Dichtelemente zum Einsatz.

Dichtungen gleichen Fertigungstoleranzen im Funktionsverbund gepaarter Komponenten aus, machen die wirtschaftliche Herstellung von Gehäusen, Behältern, Wellen, Leitungen und vielen weiteren Bauteilen überhaupt erst möglich.

In der breiten Palette möglicher Anwendungen sind unterschiedlichste Temperatur- und Druckbereiche zu berücksichtigen. Über die gesamte, vorgegebene Produktlebenszeit muss Beständigkeit gegenüber einer großen Menge teils sehr aggressiver Stoffe welche in direktem Kontakt mit dem Dichtungswerkstoff stehen, sichergestellt sein.

Wir unterstützen Sie durch unsere Anwendungstechnik gerne bei der Auswahl der für Ihr Anforderungsprofil geeigneten Kombination aus Werkstoffen und Dichtelementen. Sollte kein passendes Standard Dichtelement vorhanden sein, können in kurzer Zeit und in enger Abstimmung mit unserer Entwicklung auch kundenspezifische Formteile entstehen.





Fietz-Dichtungen im Überblick

O-Ringe sind ringförmige Dichtelemente mit kreisförmigem Querschnitt, die in der Dichtungstechnik weit verbreitet sind. Sie dienen zur Abdichtung von statischen und dynamischen Verbindungen gegen Flüssigkeiten und Gase. Ihre Funktionsweise beruht auf der elastischen Verformung des Werkstoffs, wodurch der Spalt zwischen zwei Bauteilen zuverlässig geschlossen wird.
Die Firma Fietz bietet O-Ringe aus PTFE (FiKumer®-F), Polyurethan (FiPur®) und aus Elastomer (FiLomer®) an. In Abhängigkeit vom Anwendungsfall des Kunden und den eingesetzten Medien, kann Fietz den richtigen Werkstoff aus dem breiten aufgestelltem Portfolio wählen.

O-Ringe aus PTFE – FiKumer®-F  

PTFE ist ein thermoplastischer Kunststoff mit hervorragender chemischer und thermischer Beständigkeit
Eigenschaften: nahezu universelle chemische Beständigkeit, sehr geringer Reibungskoeffizient, hohe Temperaturbeständigkeit (−200 °C bis +260 °C)
Vorteile: ideal für aggressive Chemikalien, hohe Temperaturen und trockene Medien; keine Alterung
Nachteile: keine Elastizität – PTFE-O-Ringe müssen oft vorgespannt oder als Verbunddichtungen (z. B. PTFE mit Elastomer-Kern) ausgeführt werden
Anwendungsbereiche: Niederdruck-Hydraulik, chemische Industrie, Lebensmitteltechnik, Vakuumtechnik

O-Ringe aus Polyurethan – FiPur® 

Polyurethan vereint hohe mechanische Festigkeit mit guter Elastizität
Eigenschaften: hohe Abriebfestigkeit, gute Elastizität, gute Beständigkeit gegen Öle und Fette. FiPur® Werkstoffe sind sehr hydrolysebeständig
Vorteile: besonders widerstandsfähig bei dynamischen Anwendungen, resistent gegen Extrusion und Verschleiß
Nachteile: eingeschränkte chemische Beständigkeit, empfindlich gegenüber heißem Wasser und Dampf
Anwendungsbereiche: Hydraulikzylinder, mobile Hydraulik, Anwendungen mit hoher Druck- oder Bewegungseinwirkung

O-Ringe aus Elastomeren – FiLomer®

Elastomere (NBR, EPDM, FKM, FFKM) sind die am häufigsten eingesetzten Werkstoffe für O-Ringe
Eigenschaften: hohe Elastizität, gute Rückstellfähigkeit, breites Temperatur- und Medienbeständigkeits-Spektrum
Vorteile: gute Abdichtwirkung durch elastisches Verhalten, kostengünstig, einfach zu montieren
Nachteile: begrenzte chemische Beständigkeit, nicht geeignet für extreme Temperaturen oder aggressive Medien
Anwendungsbereiche: Hydraulik, Pneumatik, Automobil-Fluidsysteme, allgemeine Maschinenbauanwendungen

Mantelringe sind spezielle Dichtelemente, die häufig in Kombination mit O-Ringen oder anderen Elastomerdichtungen eingesetzt werden. Ihre Hauptfunktion besteht darin, den O-Ring oder die eigentliche Dichtung vor mechanischer Beschädigung, Extrusion oder chemischem Angriff zu schützen. Sie wirken also als Schutz- oder Stützelemente innerhalb eines Dichtungssystems.

Die Fietz Mantelringe sind verfügbar als innendichtende, doppeltwirkende Stangenmantelringe und als außendichtende, doppeltwirkende Kolbenmantelringe für jeden Stangen- und Kolbendurchmesser sowie Abstreifer.

Abhängig von der Werkstoffauswahl können dabei Betriebsdrücke bis max. 800 bar (80 MPa) – bei statischer Belastung auch darüber –, Geschwindigkeiten bis max. 15 m/min. und Temperaturen zwischen -54ºC und +200ºC erreicht werden.

Eine Anwendung bei rotierender oder schraubenförmiger Bewegung ist nur bedingt möglich. Mantelringe von Fietz sind in verschiedenen Werkstoffkombinationen erhältlich, die in ihren Eigenschaften für spezielle Anwendungsbereiche optimiert sind.

    

Mantelringe aus PTFE − FiKumer®-F 

Eigenschaften: hervorragende chemische Beständigkeit, weiter Temperatureinsatzbereich (−200 °C bis +260 °C), sehr niedrige Reibung
Vorteile: ideal für aggressive Medien und hohe Temperaturen, kein Verkleben oder Anhaften
Nachteile: geringe Elastizität – meist in Kombination mit einem Elastomer-Innenteil (z. B. PTFE-Mantelring mit FKM-Kern)
Anwendung: Chemische Industrie, Vakuumtechnik, Lebensmitteltechnik

Mantelringe aus Elastomeren − FiLomer®

Eigenschaften: gute Elastizität, medienabhängige Beständigkeit
Vorteile: gute Anpassungsfähigkeit, einfache Montage
Nachteile: begrenzte Temperatur- und Druckfestigkeit im Vergleich zu PTFE oder PU
Anwendung: Standard-Mantelringe für allgemeine hydraulische und pneumatische Anwendungen

Mantelringe aus Polyurethan − FiPur®

Eigenschaften: sehr abriebfest, gute mechanische Festigkeit, hohe Extrusionsbeständigkeit
Vorteile: ideal für dynamische Dichtsysteme mit hohen Drücken und Bewegungen
Nachteile: eingeschränkte chemische Beständigkeit gegen Heißwasser, Säuren und Basen
Anwendung: Mobile Hydraulik, Zylinderabdichtungen, Hochdruckanwendungen

 

Stufenringe sind spezielle Dichtelemente, die als Abstütz- oder Sicherungsringe in Kombination mit O-Ringen oder anderen Dichtsystemen eingesetzt werden. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, den Dichtwerkstoff – meist einen Elastomer-O-Ring – bei hohen Drücken vor Extrusion (Ausstülpen in den Spalt zwischen Dichtflächen) zu schützen. Dadurch erhöhen sie die Betriebssicherheit und Lebensdauer von Dichtsystemen erheblich.

Sie werden insbesondere in Hydraulik- und Pneumatikanwendungen mit hohen Drücken oder großen Spalten verwendet.

Der Stufenring besitzt eine charakteristische asymmetrische Form mit einer Stufe (daher der Name). Diese Geometrie sorgt dafür, dass der Ring den O-Ring auf der druckabgewandten Seite mechanisch abstützt, während auf der druckbeaufschlagten Seite die Dichtwirkung unverändert bleibt.

Typischerweise wird der Stufenring paarweise (ein Ring pro Seite des O-Rings) bei wechselnder Druckrichtung oder einseitig bei konstantem Druck eingesetzt.


    

Stufenringe aus PTFE– FiKumer®-F

Eigenschaften: hohe chemische Beständigkeit, sehr niedriger Reibwert, weiter Temperatureinsatzbereich (−200 °C bis +260 °C)
Vorteile: nahezu keine Alterung, sehr gute Gleiteigenschaften, ideal für aggressive Medien
Nachteile: geringe Elastizität, daher nur als Stützelement einsetzbar, nicht als primäre Dichtung
Anwendung: Chemische Industrie, Hydrauliksysteme mit hohen Temperaturen oder aggressiven Medien

Stufenringe aus Polyurethan – FiPur®

Eigenschaften: hohe mechanische Festigkeit, hervorragende Abrieb- und Extrusionsbeständigkeit
Vorteile: sehr widerstandsfähig bei wechselnden Druckbelastungen, ideal für dynamische Anwendungen
Nachteile: begrenzte chemische Beständigkeit gegenüber Heißwasser und bestimmten Chemikalien
Anwendung: Mobile Hydraulik, Baumaschinen, Zylinder mit hohen Druckspitzen


Stufenringe aus thermoplastischen Kunststoffen – FiMasol®, z.B. POM, PA

Eigenschaften: hohe Formstabilität, gute Verschleißfestigkeit, einfache Verarbeitung
Vorteile: kostengünstig, mechanisch robust
Nachteile: geringere chemische Beständigkeit als PTFE
Anwendung: Standard-Stützringe in Hydraulik und Pneumatik

 

Kugelhahndichtungen sind zentrale Elemente in der Dichtungstechnik von Kugelhähnen, die als Absperrarmaturen in Rohrleitungssystemen eingesetzt werden. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, den Dichtschluss zwischen der Kugel (Schließkörper) und dem Ventilgehäuse sicherzustellen, um ein leckagefreies Absperren von Flüssigkeiten oder Gasen zu gewährleisten.

Ein Kugelhahn arbeitet durch Drehung der Kugel mit einer Bohrung, die den Durchfluss öffnet oder sperrt. Damit der Dichtschluss bei wechselnden Drücken, Temperaturen und Medien dauerhaft funktioniert, sind hochwertige und passende Dichtwerkstoffe erforderlich.

Kugelhahndichtungen aus PTFE– FiKumer®-F

Eigenschaften: hervorragende chemische Beständigkeit, niedriger Reibwert, weiter Temperatureinsatzbereich (−200 °C bis +260 °C)
Vorteile: universell einsetzbar, sehr gute Gleit- und Dichtungseigenschaften, nicht alternd
Nachteile: begrenzte Druck- und Verschleißfestigkeit
Verstärkte Varianten: PTFE mit Glas-, Kohle- oder Graphitfüllung verbessert die Verschleiß- und Druckbeständigkeit
Anwendung: Chemische Industrie, Lebensmitteltechnik, Pharmaindustrie, Wasser- und Gasarmaturen


Kugelhahndichtungen aus PEEK – FiMasol®

Eigenschaften: hohe Druck- und Temperaturbeständigkeit, ausgezeichnete chemische Stabilität
Vorteile: geeignet für extreme Bedingungen, hohe Lebensdauer
Anwendung: Hochdruck-Kugelhähne, Offshore-, Chemie- und Hochtemperaturanlagen

 

Abstreifer (auch Wischer genannt) sind Dichtelemente, die vor allem in hydraulischen und pneumatischen Systemen eingesetzt werden. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, Schmutz, Staub, Feuchtigkeit oder andere Verunreinigungen von der Kolbenstange oder Welle abzustreifen, bevor diese in das Innere eines Zylinders oder Gehäuses gelangen.


Sie sind somit Schutzdichtungen, die das Eindringen von Fremdstoffen verhindern und dadurch die Lebensdauer von Primärdichtungen, Führungen und des gesamten Systems verlängern.

Bauformen

Es existieren verschiedene Bauarten, je nach Anforderung und Betriebsumgebung:
• Einfache Abstreifer: nur Abstreiflippe – zum Schutz vor Schmutz und Staub
• Doppelt wirkende Abstreifer: mit zusätzlicher Dichtlippe – verhindern zusätzlich Ölfilm-Austritt
• Metallumschlossene Abstreifer: mit Metallgehäuse zur stabilen Fixierung im Zylinderkopf
• Kombinationsdichtungen: Kombination aus Primärdichtung und Abstreifer in einem Bauteil

Abstreifer aus Elastomeren – FiLomer®

Eigenschaften: gute Elastizität und Rückstellfähigkeit, anpassungsfähig an Oberflächen
Vorteile: kostengünstig, universell einsetzbar, gute Dichtwirkung
Nachteile: begrenzte Verschleiß- und Witterungsbeständigkeit, empfindlich gegenüber Ozon und UV-Strahlung
Anwendung: Standard-Hydraulikzylinder, Pneumatik, allgemeine Maschinenbauanwendungen


Abstreifer aus Polyurethan – FiPur®

Eigenschaften: hohe Abriebfestigkeit, gute mechanische Festigkeit und Formstabilität
Vorteile: sehr gute Lebensdauer, beständig gegen Schmutz, Druck und Verschleiß
Nachteile: begrenzte chemische Beständigkeit gegenüber Heißwasser und bestimmten Medien
Anwendung: Mobile Hydraulik, Bau- und Landmaschinen, Anwendungen mit hohen Schmutzbelastungen


Abstreifer aus PTFE – FiKumer®-F

Eigenschaften: sehr geringe Reibung, hohe chemische Beständigkeit, weiter Temperatureinsatzbereich
Vorteile: exzellente Gleiteigenschaften, kein Anhaften von Schmutz, temperaturbeständig
Nachteile: keine Eigenelastizität – häufig mit Elastomer-Vorspannung kombiniert
Anwendung: Hochwertige Hydrauliksysteme, Chemie- und Prozessindustrie



Stangendichtungen sind zentrale Elemente in der Hydraulik- und Pneumatikdichtungstechnik. Sie dichten die bewegliche Kolbenstange eines Zylinders nach außen ab und verhindern, dass das Arbeitsmedium (z. B. Hydrauliköl oder Druckluft) aus dem System austritt. Gleichzeitig müssen sie das Eindringen von Schmutz, Staub und Feuchtigkeit von außen verhindern.


Ihre Funktion ist entscheidend für die Leckagefreiheit, Effizienz und Lebensdauer eines Hydraulik- oder Pneumatiksystems.

Bauformen

Es existieren unterschiedliche Bauarten, je nach Einsatzgebiet und Belastung:
• Einfach wirkende Stangendichtungen: Dichten in eine Richtung (innen nach außen)
• Doppelt wirkende Stangendichtungen: Dichten in beide Richtungen – bei wechselnder Druckbelastung
• Kombinationsdichtungen: Kombination aus Primär- und Sekundärdichtung zur Optimierung der Dichtwirkung
 Profil- und Nutdichtungen: Mit speziellen Lippenprofilen zur Anpassung an Betriebsdruck und Medium

Stangendichtungen aus Elastomere – FiLomer®

Eigenschaften: gute Elastizität, anpassungsfähig an Oberflächen, zuverlässige Rückstellkräfte
Vorteile: einfache Montage, gute Dichtwirkung, kostengünstig
Nachteile: begrenzte Temperatur- und Medienbeständigkeit
Anwendung: Standardhydraulik, Pneumatik, Maschinenbau


Stangendichtungen aus Polyurethan – FiPur®

Eigenschaften: hohe mechanische Festigkeit, Abrieb- und Extrusionsbeständigkeit, gute Rückstellfähigkeit
Vorteile: sehr langlebig, beständig gegen hohe Drücke und dynamische Belastungen
Nachteile: eingeschränkte chemische Beständigkeit gegen Heißwasser und Säuren
Anwendung: Mobile Hydraulik, Baumaschinen, Landtechnik


Stangendichtungen aus PTFE– FiKumer®-F

Eigenschaften: sehr geringer Reibwert, hohe chemische und thermische Beständigkeit
Vorteile: ideal für hohe Geschwindigkeiten und Temperaturen, verschleißarm
Nachteile: keine Eigenelastizität – meist kombiniert mit Elastomer-Vorspannelementen (z. B. O-Ring)
Anwendung: Hochleistungs-Hydraulik, Chemieanlagen, Präzisionssysteme

 

Kolbendichtungen sind zentrale Bauelemente in der Hydraulik- und Pneumatikdichtungstechnik. Sie dienen dazu, den Druckraum auf der Kolbenstangenseite und den Druckraum auf der Bodenseite eines Zylinders zuverlässig voneinander abzudichten. Dadurch ermöglichen sie die Umwandlung von Fluiddruck in lineare Bewegung, also die eigentliche Funktion eines Hydraulik- oder Pneumatikzylinders.


Ihre Hauptaufgabe ist es, Druckverluste zu verhindern, die Betriebssicherheit zu gewährleisten und die Lebensdauer des Systems zu erhöhen.

Bauformen

Es gibt verschiedene Bauformen von Kolbendichtungen, die je nach Anwendung und Belastung gewählt werden:
• Einfach wirkende Dichtungen: Dichten in eine Richtung, meist in Kombination mit einem Stützring
 Doppelt wirkende Dichtungen: Dichten in beide Richtungen – für Zylinder mit wechselnder Druckbelastung
• Kombinationsdichtungen: Mehrteilige Systeme aus Dicht- und Stützkomponenten für hohe Drücke
• Lippendichtungen: Mit ein oder zwei Dichtlippen für gute Anpassung und geringe Reibung


Kolbendichtungen aus Elastomeren – FiLomer®

Eigenschaften: gute Elastizität, zuverlässige Rückstellkräfte, anpassungsfähig
Vorteile: kostengünstig, bewährte Standardlösung, einfache Montage
Nachteile: begrenzte Temperatur- und Medienbeständigkeit
Anwendung: Pneumatik, Hydraulik mit moderaten Drücken und Temperaturen


Kolbendichtungen aus Polyurethan – FiPur®

Eigenschaften: sehr hohe mechanische Festigkeit und Abriebfestigkeit
Vorteile: ideal für hohe Drücke, dynamische Belastungen und lange Standzeiten
Nachteile: begrenzte chemische Beständigkeit gegen Heißwasser und Säuren
Anwendung: Mobile Hydraulik, Baumaschinen, Hochdruckzylinder


Kolbendichtungen aus PTFE– FiKumer®-F

Eigenschaften: extrem niedriger Reibwert, hervorragende chemische und thermische Beständigkeit
Vorteile: verschleißarm, temperaturbeständig, geeignet für hohe Geschwindigkeiten
Nachteile: keine Eigenelastizität – meist kombiniert mit Elastomer-Vorspannelement (z. B. O-Ring)
Anwendung: Hochleistungs-Hydraulik, Chemieindustrie, Präzisionssysteme

 

Ventildichtungen sind zentrale Komponenten in der Armaturen- und Fluidtechnik. Sie sorgen für den leckagefreien Abschluss und die sichere Steuerung von Medienströmen in Ventilen.
Ihre Hauptaufgabe besteht darin, den Durchfluss von Flüssigkeiten oder Gasen kontrolliert zu ermöglichen oder vollständig zu verhindern, indem sie den Dichtschluss zwischen Ventilkörper und beweglichen Bauteilen (z. B. Ventilkegel, -scheibe oder -kugel) herstellen.

Sie kommen in nahezu allen Industriebereichen vor – von Hydraulik- und Pneumatiksystemen über die Prozess- und Chemietechnik bis zur Lebensmittel- und Energiewirtschaft.


Ventildichtungen aus PTFE – FiKumer®-F

Eigenschaften: nahezu universelle chemische Beständigkeit, sehr niedriger Reibwert, großer Temperatureinsatzbereich (−200 °C bis +260 °C)
Vorteile: ideal für aggressive Medien, hohe Temperaturen, geringe Reibung
Nachteile: keine Elastizität – oft als Sitzring oder in Kombination mit Elastomer-Trägerelementen eingesetzt
Anwendung: Chemie- und Verfahrenstechnik, Lebensmittelindustrie, Kugel- und Sitzventile


Ventildichtungen aus Elastomeren – FiLomer®

Eigenschaften: hohe Elastizität, gute Rückstellfähigkeit, medienabhängige Beständigkeit
Vorteile: gute Abdichtwirkung auch bei geringen Anpresskräften, flexibel einsetzbar
Nachteile: begrenzte Temperatur- und Druckbeständigkeit, abhängig vom Medium
Anwendung: Pneumatikventile, Wasser- und Gassysteme, Sanitärtechnik


Ventildichtungen aus Polyurethan – FiPur®

Eigenschaften: hohe Abrieb- und Extrusionsfestigkeit, gute Elastizität
Vorteile: robust, langlebig, beständig gegen mechanische Belastungen
Nachteile: eingeschränkte chemische Beständigkeit gegenüber heißem Wasser und Säuren
Anwendung: Hydraulikventile, Hochdrucksysteme, mobile Maschinen


Ventildichtungen aus Hochleistungswerkstoffen – FiMasol®, z. B. PEEK, PPS

Eigenschaften: hohe mechanische Festigkeit, Formstabilität und thermische Beständigkeit
Vorteile: geeignet für extreme Betriebsbedingungen, hohe Lebensdauer
Anwendung: Hochdruck-, Hochtemperatur- und Offshore-Ventile, chemische Anlagen

Kundenspezifische Dichtungen sind individuell entwickelte Dichtungslösungen, die speziell auf die Anforderungen und Betriebsbedingungen eines bestimmten Systems oder Produkts abgestimmt sind.

Während Standarddichtungen für viele Anwendungen ausreichend sind, erfordern komplexe oder extrem beanspruchte Systeme häufig maßgeschneiderte Dichtungen, um optimale Funktion, Lebensdauer und Wirtschaftlichkeit zu gewährleisten.

Solche Sonderdichtungen werden z. B. in der Hydraulik, Pneumatik, Chemie-, Lebensmittel-, Energie- und Automobilindustrie eingesetzt – überall dort, wo Standardkomponenten an ihre Grenzen stoßen.


Ziele und Vorteile kundenspezifischer Dichtungen

Optimale Anpassung an Geometrie, Druck, Temperatur und Medium
Verbesserte Leistungsfähigkeit gegenüber Standardlösungen
Längere Lebensdauer und geringerer Wartungsaufwand
Reduzierung von Reibung, Verschleiß und Leckage
Integration zusätzlicher Funktionen, z. B. Führung, Dämpfung oder elektrische Isolation
Kosteneffizienz durch längere Standzeiten und reduzierte Stillstandzeiten

Entwicklungsprozess

Die Entwicklung kundenspezifischer Dichtungen erfolgt in enger Zusammenarbeit zwischen Hersteller und Anwender und umfasst mehrere Phasen:
1. Analyse der Einsatzbedingungen: Ermittlung von Druck, Temperatur, Medium, Bewegung, Einbauraum und Lebensdaueranforderung
2. Werkstoffauswahl: Auswahl des optimalen Materials oder Materialverbunds auf Basis chemischer, thermischer und mechanischer Anforderungen
3. Konstruktion und Simulation: Entwicklung der Dichtungsgeometrie unter Berücksichtigung von Reibung, Extrusion, Dichtpressung und Einbauverhalten
4. Prototyping und Prüfung: Herstellung erster Muster, Funktions- und Lebensdauertests
5. Serienfertigung und Qualitätssicherung: Produktion mit definierten Toleranzen, dokumentierter Rückverfolgbarkeit und ggf. branchenspezifischer Zertifizierung (z. B. FDA, ISO, DIN)

 

Warum eine Fietz-Dichtung für Ihre Anwendung?

Höchste Leistung und Individualität

Höchste Leistung und Individualität

Die Fietz Gruppe entwickelt Hochleistungswerkstoffe – darunter FiPur®-Polyurethane, sowie PTFE und PTFE-Compounds und schneidet sie maßgeschneidert auf die Anforderungen Ihrer Anwendung zu. Die Fietz Gruppe bietet ein standardisiertes Dichtungsprogramm für O-Ringe und Hydraulikzylinder. Bei individuellen Lösungen profitieren Sie von unserer langjährigen Erfahrung und dem Know-How unserer Anwendungstechnik.

Höchste Fertigungstiefe und Nachhaltigkeit

Höchste Fertigungstiefe und Nachhaltigkeit

Die Fietz Gruppe setzt auf durchgängig lokale Fertigung – von der Beratung über Entwicklung bis hin zu Produktion und Endprüfung. Das sichert kurze Lieferwege, strenge Qualitätskontrolle und mehr Umwelteffizienz.

Außergewöhnliche Lebensdauer und Verschleißfestigkeit

Außergewöhnliche Lebensdauer und Verschleißfestigkeit

Fietz-Dichtungen zeichnen sich aus durch:
• extrem hohe Abriebfestigkeit
• sehr geringe Verschleißwerte
• exzellente Druckstandfestigkeit – bis zu ca. 400 bar
• minimale bleibende Verformung
• problemlose Montage

Bewährte Spitzenqualität für anspruchsvolle Branchen

Bewährte Spitzenqualität für anspruchsvolle Branchen

Fietz-Dichtungen kommen erfolgreich in der Hydraulik, Fluidtechnik, Maschinen- und Lebensmittelindustrie zum Einsatz. Sie bieten Druckfestigkeit, Chemikalienresistenz, hygienische Standards und Präzision – alles «Made in Germany».

FiPur® Dichtsysteme für die Hydraulik

  • Abstreifer | Doppelabstreifer
  • Stangendichtungen
  • O-Ringe
  • Kolbendichtungen
  • Kolben- und Stangendichtungen

Interesse geweckt?

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