Mantelringe
Mantelringe sind spezielle Dichtelemente, die häufig in Kombination mit O-Ringen oder anderen Elastomerdichtungen eingesetzt werden. Ihre Hauptfunktion besteht darin, den O-Ring oder die eigentliche Dichtung vor mechanischer Beschädigung, Extrusion oder chemischem Angriff zu schützen. Sie wirken also als Schutz- oder Stützelemente innerhalb eines Dichtungssystems.
Die Fietz Mantelringe sind verfügbar als innendichtende, doppeltwirkende Stangenmantelringe und als außendichtende, doppeltwirkende Kolbenmantelringe für jeden Stangen- und Kolbendurchmesser sowie Abstreifer.
Abhängig von der Werkstoffauswahl können dabei Betriebsdrücke bis max. 800 bar (80 MPa) – bei statischer Belastung auch darüber –, Geschwindigkeiten bis max. 15 m/min. und Temperaturen zwischen -54ºC und +200ºC erreicht werden.
Eine Anwendung bei rotierender oder schraubenförmiger Bewegung ist nur bedingt möglich. Mantelringe von Fietz sind in verschiedenen Werkstoffkombinationen erhältlich, die in ihren Eigenschaften für spezielle Anwendungsbereiche optimiert sind.
Mantelringe aus PTFE − FiKumer®-F
• Eigenschaften: hervorragende chemische Beständigkeit, weiter Temperatureinsatzbereich (−200 °C bis +260 °C), sehr niedrige Reibung
• Vorteile: ideal für aggressive Medien und hohe Temperaturen, kein Verkleben oder Anhaften
• Nachteile: geringe Elastizität – meist in Kombination mit einem Elastomer-Innenteil (z. B. PTFE-Mantelring mit FKM-Kern)
• Anwendung: Chemische Industrie, Vakuumtechnik, Lebensmitteltechnik
Mantelringe aus Elastomeren − FiLomer®
• Eigenschaften: gute Elastizität, medienabhängige Beständigkeit
• Vorteile: gute Anpassungsfähigkeit, einfache Montage
• Nachteile: begrenzte Temperatur- und Druckfestigkeit im Vergleich zu PTFE oder PU
• Anwendung: Standard-Mantelringe für allgemeine hydraulische und pneumatische Anwendungen
Mantelringe aus Polyurethan − FiPur®
• Eigenschaften: sehr abriebfest, gute mechanische Festigkeit, hohe Extrusionsbeständigkeit
• Vorteile: ideal für dynamische Dichtsysteme mit hohen Drücken und Bewegungen
• Nachteile: eingeschränkte chemische Beständigkeit gegen Heißwasser, Säuren und Basen
• Anwendung: Mobile Hydraulik, Zylinderabdichtungen, Hochdruckanwendungen